Koy Krylgan Kala und seine stellare Ausrichtung auf Fomalhaut

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  • Am heutigen Tage feiern wir im Schöpfungskalender die herbstliche Tag und Nachtgleiche. Es ist eine von vier Sonnenwenden im Jahr, die in der Astronomie immer schon eine wichtige Rolle gespielt haben. Bei den Babyloniern waren die Sonnenwenden mit vier Sternen, den sogenannten "vier Königlichen" verbunden.
    Auf der Reise nach Usbekistan 2007 haben wir dort den Sternentempel Koy Krylgan Kala gefunden, der auf eines der vier Königlichen ausgerichtet ist, was den Forschergeist anregte, um tiefer in die Bedeutung zu gehen. Davon möchte ich nun berichten.

    Koy Krylgan Kala und seine stellare Ausrichtung auf Fomalhaut


    Südlich des Aralsees im sogenannten Choresm, im heutigen Usbekistan liegt die antike Rundanlage Koy Krylgan Kala. Die Archäologen halten sie für einen Sternentempel, der auf den Stern Fomalhaut im Sternzeichen Südfisch ausgerichtet ist. Von der großen Pyramide von Gizeh weiß man, dass ihre Sternenschächte auf Orion und Ursa Major weisen, während die Kulkulkan-Pyramide in Mexiko in Beziehung mit den Plejaden steht. Ein solch stellarer Bezug ist immer von Bedeutung. Während viele kosmische Geheimnisse von Gizeh und den Pyramiden in Mittelamerika bereits gelüftet werden konnten, liegt der Grund für die Ausrichtung von Koy Krylgan Kala auf Formalhaut noch im Dunkeln und wartet auf Erklärungen.

    Fomalhaut findet man im Sternbild „Piscis Austrinus", dem südlichen Fisch. Sein Name bedeutet auf Arabisch „ Das Ende des Wassers im Maul des Südfisches“. Dieser wird oft mit dem Bauch nach oben dargestellt und in seinem geöffneten Maul liegt Formalhaut. Alten Sternkarten zufolge gießt das benachbarte Sternbild, der Wassermann, mit seinem Krug Wasser in das offene Maul des Südfisches. Somit befindet sich dieser im Reigen der Tierkreiszeichen zwischen den Sternbildern Fische und Wassermann, wird aber nicht zum Zodiak hinzugerechnet.

    3000 Jahre vor unserer Zeitrechnung gehörte Formalhaut zu den 4 Königssternen Persiens. In der damaligen Zeit war die Babylonische Astronomie und Astrologie eine hoch entwickelte Wissenschaft, die von Priestern angewandt wurde. Mit den 4 Königssternen war es ihnen möglich, die Sonnenwenden im Sommer und Winter sowie die Tages- und Nachtgleichen im Frühjahr und Herbst zu bestimmen. So wies:

    Im Osten der Stern Aldebaran im Sternzeichen Stier auf die Tages und Nachtgleiche im Frühling,

    im Norden der Stern Regulus im Sternzeichen Löwe auf die Sommersonnenwende,

    im Westen der Stern Antares im Sternzeichen Skorpion auf die Tages und Nachtgleiche im Herbst und

    im Süden der Stern Fomalhaut auf die Wintersonnenwende.

    Koy Krylgan Kala lag in der damaligen Zeit im Einflussbereich des Persischen Reiches. Die Ausrichtung der Anlage auf Formalhaut zeugt davon, dass die Priester von Koy Krylgan Kala mit der Babylonischen Astronomie arbeiteten. Ihre Beobachtung der 4 königlichen Sterne war die Grundlage für Kalender, Navigation und Orakel. Wie bereits erwähnt, arbeiteten die Priester wissenschaftlich, warum ich sie als Priesterwissenschaftler bezeichnen möchte.

    Formalhaut gehörte aber nicht immer zu den 4 „Königlichen“. Um 4000 v. Chr. zählte nicht dieser sondern der Stern Spica im Sternenbild Jungfrau (Virgo) zu den Königssternen (Ulla Koch-Westenholz 1994; Mesopotamien Astrologie 1994).

    Dadurch bekommt Formalhaut eine weitere Bedeutung, denn seine Mitgliedschaft zu den 4 Königlichen bestand nicht von Anfang an. Die Priesterwissenschaftler von Babylon hatten offensichtlich für die Bestimmung der Sommer- und Wintersonnenwende, sowie der Tag- und Nachtgleichen den Beobachtungspunkt am Himmel geändert. Für ihre Bestimmung nutzten sie ab ca. 3000 v. Chr. nicht mehr Spica im Sternzeichen Jungfrau sondern Formalhaut im Sternzeichen Südfisch.
    Diese Umorientierung lässt den Sternentempel Koy Krylgan Kala, in einem anderen Licht erscheinen, denn so wird er zu einem archäologischen Zeugnis dieser Veränderung.

    Es muss einen besonderen Grund gegeben haben, der die Priesterwissenschaftler Babylons und Koy-Krylgan-Kalas dazu bewogen hatte, eine andere stellare Orientierung anzuwenden.

    Fortsetzung folgt

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