Gilgal Refaim oder Rujm el-Hiri

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    • Rujm el-Hiri ist ein arabischer Name und bedeutet "Steinhaufen der Wildkatze". Gilgal Refaim ist ein hebräischer Name, גלגל רפאים. Gilgal bedeutet Rad. Der Wortstamm von Refaim ist Rafa, רפא und bedeutet er heilt. Gilgal Refaim bedeutet also Rad oder Kreis der Heiler. Der Aufbau der Anlage mit fünf Kreisen und einem Zentrum mit unterirdischer Kammer spricht eher dafür, sie mit dem Namen Gilgal Refaim, Rad der Heiler zu benennen. In der Kammer sind keine Begräbnisspuren gefunden worden. Einige Punkte der Anlage befinden sich in astronomischer Ausrichtung.
    • Gilgal Refaim

      Wissenschaftler der unterschiedlichsten Forschungsrichtungen konzentrieren sich haupstsächlich auf den Namen „Gilgal Refaim“ und nicht auf den arabischen Namen Rujm el Hiri. Gilgal Refaim wird meistens mit „Rad der Riesen“ oder „Kreis der Riesen“ übersetzt. Ich finde es wichtig zu klären, worauf sie ihre Interpretation stützen.
      In einer Dokumentation über Gilgal Refaim heißt es: „ Die Bibel spricht von Riesenstämmen, die alle geheimnisvolle Namen tragen. Goliath gehörte dem größten Riesenstamm der Refaim an, der nach einem König des Altertums Rapha benannt ist. In Goliaths Heimatstadt Gath wurde auf einem Lagergefäß eine geheimnisvolle Inschrift gefunden, die auf die sensationelle Möglichkeit hinweist, dass die Refaim wirklich existierten und genau hier in Gath lebten. Diese Region wird in der Bibel als das Land der Refaim, das Land der Riesen bezeichnet. Das ist Bashan, der furchterregende Norden. Der Bibel zufolge war dies das reich des mächtigen Riesenherrschers Og von Bashan. Og war König der Refaim. Er war so groß, dass er ein eisernes, drei Meter langes Bett brauchte. Einige Wissenschaftler glauben, dass Og dieses Monument erbaute, da sein Name Kreiszieher bedeutet.
      Professor Jonathan Mizrachi, Anthropologe an der Harvard University School Jerusalem, hat diese Stätte innerhalb von fünf Jahren ausgegraben. Er äußerte sich bzgl. der Riesen folgendermaßen: „Das Monument besteht aus einer Vielzahl von Steinen aus dem gesamten Golangebiet. Es sind Basaltsteine, von denen einige gewaltig sind und jeder einzelne mehrere Tonnen wiegt. Wenn ich ein Laie wäre und Steine dieser Größe sähe, würde ich an die biblischen Geschichten und einige andere nahöstliche Legenden über Bashan, Refaim, Og und die Golanhöhen denken. Ein solcher Schluss liegt ziemlich nah. Ich möchte diese Möglichkeit auch nicht ausschließen, sondern nur auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinweisen. Solange ich hier nirgends eine Inschrift finde „Ich habe dies dreitausend vor Chr. erbaut, gezeichnet Og“ halte ich mich an die Tatsachen.“ Mizrachi fand heraus, dass die Kreise einen astronomischen Kalender darstellen.
      Viele halten den Hügel im Zentrum der Anlage für ein Grab und glauben z.B., dass Og von Bashan dort begraben sein könnte. Tatsache ist, dass nicht die Spur von Knochen in der gesamten Anlage gefunden werden konnten, obwohl die Archäologen eifrig danach such(t)en. Wir halten die Theorie von den Riesen für sehr abwegig. Wir waren im Zentrum der Anlage, die über einen sehr engen und niedrigen Abstieg in zwei sehr kleine Kammern hinunter führt und können bestätigen, dass dieser Platz, zu welchem Zweck auch immer, so eng und niedrig, ganz sicher nicht von Riesen benutzt werden konnte!
      Die geheimnisvolle Inschrift, die gefunden wurde, ist unleserlich und kann nur, sehr vage vermutet, die hebräischen Buchstaben R-P-A zeigen, die als ein Hinweis auf Rapha und somit entgegen unserer Forschung zu den Refaim nur in Bezug auf einen Riesenstamm gewertet werden. Diese Sichtweise ist sehr einseitig und wird dem Ziel der Anlage nicht gerecht.
    • Gilgal Rephaim und die Bibel

      Das Wort Gilgal kommt in der Bibel an 39 Stellen vor. Es bezieht sich nicht nur auf die Riesen, die in der Bibel erwähnt werden. Jede der 39 Stellen in der Bibel steht in einem speziellen Zusammenhang, von dem der Bezug zu den Riesen nur einer ist. Das Schichten von Steinen scheint in der "biblischen Zeit" ein besonderer Brauch zu sein. So findet man in der Genesis 31/ 45-46 eine Beschreibung wo Jakob seine Gefährten auffordert, Steine zu sammeln um einem Haufen zu machen. Dabei ging es um ein Gedenken an den Bund zwischen Laban und Jakob.
      Es erhebt sich vielmehr die Frage, inwieweit die Bibel und ihre Geschichten archäologisch nachweisbar sind. Friedrich Weinreb deutet zum Beispiel in seinen Schriften darauf hin, sich von einem archäologischen Verständnis der Bibel als Erzählung von menschlicher Geschichte auf einer Zeitschiene, zu lösen. In sofern ist eine Festlegung, das Gilgal Rephaim mit den Riesen zusammenhängt, eine Möglichkeit, aber eben nur eine von mehreren. Denkt man zum Beispiel an Stonehenge in England, Arkaim in Russland und Koi-krylgan-Kala in Usbekistan, die auch alle Kreisanlagen sind, ergeben sich weitere Zusammenhänge, die über den Bezug auf Israel und der Bibel hinausgehen.
    • Gilgal Raphaim, Ort der Heilung und Aufhebung der Dialektik?

      Ich habe gelesen, dass die arabische Bedeutung des Namens Rujm el Hiri „Steinhaufen der Wildkatze" im Zusammenhnag mit der Kreisform der Anlage assoziiert werden kann mit einer Katze, die sich selbst in den Schwanz beißt und deshalb ewig Runden um denselben Kreis zieht.

      Zu der Namensbedeutung Gilgal Rephaim äußerte sich in der Dokumentation, die ich bereits angesprochen habe John Bimson, Prof. für biblische Geschichte, Trinity college, Bristol, UK, dass die Herkunft des Wortes Refaim im Dunkeln liegt. Es könnte von einem hebräischen Wort abstammen, dass „groß sein“ bedeutet, was passen würde, da es sich um einen Stamm großer Menschen handelte. (Bezogen auf die Hinweise von jui habe ich mich natürlich gefragt, wie jemand, der biblische Geschichte studiert hat, die Möglichkeit der Interpretation von Rephaim und Heiler völlig außer Acht lässt.)

      jui schrieb:

      Es erhebt sich vielmehr die Frage, inwieweit die Bibel und ihre Geschichten archäologisch nachweisbar sind......
      Ich finde nun aber, dass die Anlage selbst von zwei Seiten betrachtet werden kann. Insgesamt betrachtet spiegelt die Anlage ziemlich deutlich den Dualismus des Lebens wieder: Allein dadurch, dass es zwei Namen gibt und dadurch, dass es zwei Bedeutungen gibt. Für den Kreislauf des Lebens gibt es eine niedere, physische Komponente (z.B. Katze, die sich in den Schawanz beißt, Riesen, vor denen man Angst haben kann) sowie eine höhere, die den Kreislauf des Himmels andeutet.
      Beide Kräfte werden in Gilgal Raphaim ebenso wie in Megiddo veranschaulicht, sofern wir Megiddo als biblischen Ausdruck der positiven und negativen Kräfte einbeziehen. Es ist sehr interessant, denn Megiddo und Giglal Raphaim befinden sich beide in Israel. Megiddo ist durch die Jahrhunderte zerstört und wieder aufgebaut und archäologisch bis ins kleinste Detail erforscht worden. Gilgal Raphaim lag bis 1967/68 unentdeckt in den Golanhöhen und blieb bis 1988 unerforscht. Lohnt sich darüber nachzudenken in Bezug auf HEILUNG.
    • Der Aspekt der zwei Namen ist für diesen Ort nicht verwunderlich.

      Die Katze versinnbildlicht ebenfalls eine Variante des Höheren. Sie ist gleichzusetzen mit einem Jaguar oder Puma ( Mayakultur) oder dem Löwen, den wir der ägyptischen Zeit zuordnen.

      Der Puma oder Jaguar steht für den Hüter des Kalenders, also der Zeit und wird als Seelenbegleiter und als die vier Pfade der Welt beschrieben. Die Augen der Katze stellen den Spiegel der Zeit dar, stehen für Gegenwart und Zukunft.
    • Wildkatze und Heilung

      Wenn ich an eine Wildkatze denke, kommt mir als Erstes ursprüngliche Genetik und entsprechendes Verhalten in den Sinn. Dem gegenüber steht die vom Menschen geformte Hauskatze. Über Jahrtausende wurde sie durch Züchtung in ihrem Verhalten und der Genetik verändert. Das Bild der Wildkatze hat für mich daher auch etwas Urwüchsiges, etwas Heiles.
    • Gilgal Refaim - Rad der Geister?

      Es wird ja immer spannender! Ich bin dabei, mal alle möglichen Bedeutungen zu sammeln. Zu der arabischen Version Rujm el Hiri haben wir eine Übersetzung, die wir in zweierlei Hinsicht deuten können. Zu der hebräischen Bedeutung Gilgal Rafaim gibt es sehr unterschiedliche Übersetzungen. Zu den zwei bereits genannten: Rad bzw. Kreis der Riesen und Rad der Heiler habe ich von einer dritten Variante gehört: Rad der Geister. Mir fehlen allerdings die Bezüge, wie es zu dieser Übersetzung kommt oder worauf sie sich stützt. Kann mir jemand dabei weiterhelfen? Hat jemand Quellen dazu?
    • Ich kann dir leider keine Antwort geben, denn ich kenne die Anlage bisher nur von diesem Forum, habe die Disksussion aber verfolgt, weil mich Archäologie/Astroarchäologie interessiert. Ich habe selber eine Frage an Angeni. Du schreibst

      Angeni schrieb:

      Zitat von »jui«
      Es erhebt sich vielmehr die Frage, inwieweit die Bibel und ihre Geschichten archäologisch nachweisbar sind......

      Ich finde nun aber, dass die Anlage selbst von zwei Seiten betrachtet werden kann. .................
      und weiter oben

      Angeni schrieb:

      Viele halten den Hügel im Zentrum der Anlage für ein Grab und glauben z.B., dass Og von Bashan dort begraben sein könnte. Tatsache ist, dass nicht die Spur von Knochen in der gesamten Anlage gefunden werden konnten, obwohl die Archäologen eifrig danach such(t)en. Wir halten die Theorie von den Riesen für sehr abwegig.
      Meinst du nun, dass die biblische Geschichte in diesem Fall zum Beispiel archäologisch noch nachweisbar sein wird oder nicht? In vielen Fällen finden sich ja konkrete Bezüge zur Bibel, wie archäologische Forschungen heute zeigen.
    • Angeni schrieb:

      Zu der hebräischen Bedeutung Gilgal Rafaim gibt es sehr unterschiedliche Übersetzungen. Zu den zwei bereits genannten: Rad bzw. Kreis der Riesen und Rad der Heiler habe ich von einer dritten Variante gehört: Rad der Geister. Mir fehlen allerdings die Bezüge, wie es zu dieser Übersetzung kommt oder worauf sie sich stützt.

      Der Ausdruck, das Rad der Geister ist eine moderne Übersetzung für „Gilgal Refaim“ oder „Wheel of Refaim.“ Im modernen Hebräisch wird Refa´im mit „Geister“ übersetzt.

      Der Ausdruck Geister wird häufig mit etwas Übersinnlichem, für uns Menschen nicht fassbarem verbunden. In unserer Vorstellung sind dies häufig Wesen die nicht an den leiblichen Körper gebunden sind.
      Aus religiöser Sicht wird der Geist als ein Aspekt Gottes betrachtet, der häufig in der Symbolik der Taube oder dem göttlichen Auge dargestellt wird.

      Ich finde dieser Name bringt einen weiteren sehr interessanten Aspekt bei der Überlegung ins Spiel, welcher Name mehr der Realität bzw. dem Ziel der Steinkreisanlage entspricht: Gilgal Rephaim oder Rujm el-Hiri. Auch im Hinblick auf die Tatsache, dass durch die Erkenntnisse der modernen Wissenschaft verbunden mit dem Wissen aus altertümlichen Schriften der zentrale Raum des Monuments als ein Ort höchster Dichte/Fülle betrachtet werden kann, als ein geistiger Raum durch den man sich bei einer guten Meditation mit einem höheren Bewusstsein verbinden kann.
      Der Mensch fürchtet die Zeit, die Zeit fürchtet die Pyramiden
    • Aijahna schrieb:

      Meinst du nun, dass die biblische Geschichte in diesem Fall zum Beispiel archäologisch noch nachweisbar sein wird oder nicht? In vielen Fällen finden sich ja konkrete Bezüge zur Bibel, wie archäologische Forschungen heute zeigen.
      Archäologen suchen nach Spuren einer Zivilisation. Sie suchen vor allem nach konkreten Beweisen. Geschichten aus der Bibel können heute zum Teil historisch belegt werden. Nach Riesen zu forschen klingt schon recht sensationell. Andererseits lebt die Bibel von ihrem mythologischen, symbolischen Gehalt und kann vielleicht nicht immer wortwörtlich verstanden werden. (Ich möchte demnächst noch einmal spezifischer darauf eingehen.)Was ich hauptsächlich hervorzuheben versucht habe ist, dass allein hieran ein Spannungsfeld deutlich wird. Das zeigt sich wiederum allein daran, dass grundsätzlich zwei verschiedene Namen existieren.

      Durch die Ergänzungen, die jetzt noch dazugekommen sind, wird es noch interessanter. Was wir jetzt bereits an den verschiedenen Namen erkennen können ist, dass wir sie jeweils mindestens in zwei konträre Richtungen interpretieren können. Die arabische Namensbedeutung „Steinhaufen der Wildkatze“ kann in zwei Richtungen interpretiert werden. In diesem Fall zum Beispiel in eine destruktive: die endlos im Kreislauf gefangene Katze und eine konstruktive, die Trini erwähnt hat: Hüterin des Kalenders. (Eine Bedeutung, die sehr gut passt im Hinblick auf die Aussage des Archäologen Mizrachi, der herausfand, dass die Anlage keine Begräbnisstätte für Riesen gewesen sein konnte, sondern insgesamt vermutlich als ein Kalender konzipiert war.)
      Der hebräische Name hat von vornherein eine allgemein angenommene geschichtlich- historische Übersetzung: „Rad der Riesen“ und, wie Atlas jetzt sagt, als Pendant dazu eine moderne: das „Rad der Geister“. Das Rad der Riesen bringt zum Beispiel geschichtlich zum Ausdruck, dass in dieser Gegend gemäß der Bibel Riesen gelebt haben könnten. Das Rad der Geister deutet daraufhin, dass es nicht um Materie geht (Riesenknochen, die gefunden werden sollen...), sondern um den Geist und einen exemplifizierten, geistigen Raum. (Was Atlas geschrieben hat passt sehr gut zum Kontext der Heilung).

      alex schrieb:

      Gilgal Refaim, Rujm el-Hiri sind zwei völlig unterschiedliche Namen.
      Welcher Name entspricht mehr der Realität, mehr dem Ziel der Anlage?
      Bezogen auf die Ausgangsfrage wird das „Rad der Heiler“ meiner Ansicht nach dem Ziel der Anlage am ehesten gerecht. Das Rad der Heiler ist die dritte Übersetzung, die durch unsere Reise und Recherchen zum Vorschein gekommen ist. Diese Variante war noch im Verborgenen. Heilung passt als dritte Variante bereits deshalb, weil es zum Beispiel die Überwindung der Gegensätze mit einschließt, die ja in jedem Fal eine Trennung herbeiführen. Megiddo weist seit Langem auf diesen Zustand hin. Die Anlage Gilgal Refaim war lange Zeit selbst im Verborgenen. Wir vermuten zudem, dass ihre Form nicht nur Kreise bildet, sondern eine Spirale. Eine Spirale führt aus einem Kreis heraus ... es lässt sich noch so viel über diese Zusammenhänge erzählen.
      Ich hoffe, dass wir noch weitere Bezüge der Namen herausfinden!