Meggido - ein hervorragender Spiegel des dualistischen menschlichen Bewusstseins

  • Meggido ist eine bedeutende archäologische Stätte in Israel. Mit insgesamt 22 kriegerischen Auseinandersetzungen, die der antiken Stadt zugeordnet werden, demonstriert sie einen ständigen Wechsel zwischen Krieg und Frieden/Gut und Böse. Deshalb ist sie ein hervorragender Spiegel für unser derzeitiges menschliches Bewusstsein, das im dualistischen Denken unserer Zeit gefangen ist.


    Denn Krieg und Frieden finden auch fortwährend in unserem Bewusstsein statt. Als einen Kriegszustand können wir beispielsweise unsere negative Gefühlswelt anderen gegenüber betrachten oder die dadurch ausgelöste Bewegung, bzw. der daraus resultierende Stress/Streit. Sicherlich nicht unbedingt heilsam für uns und unsere Umgebung. Deshalb müssen wir lernen uns gefühlsmäßig mehr und mehr zu distanzieren.


    Als einen Zustand des Friedens können wir eine tiefe innere Ruhe oder einen Zustand vollster Zufriedenheit betrachten, nach dem sich so viele Menschen in der heutigen Zeit sehnen. Aber dieser Zustand birgt auch eine immense Gefahr. Denn zu viel Ruhe oder eine zu große Zufriedenheit führen leider zu Stagnation. Wir können unser Bewusstsein in Bewegungslosigkeit verharrend, kaum weiterentwickeln. Deshalb ist es wichtig die Kräfte des "Krieges" und des "Friedens" in uns dauerhaft zu vereinen, damit sie sich gegenseitig erlösen können :!:

  • Meggido ist wirklich ein gutes Beispiel für den Dualismus der Welt; auch wird hier sehr gut verdeutlicht das es ein ständiges Auf- und Ab in unserem Leben gibt. Im Verlauf der Geschichte der Menschheit haben sich große Kulturen entwickelt und keine ist geblieben. Alles unterlag dem Wandel der Zeit.
    Auf Distanz zu gehen halte ich für einen wichtigen Schritt, man kann alles registrieren, sollte aber nicht auf alles reagieren. Interessanterweise wird einem diese „Gefühllosigkeit“ ( die Betonung liegt auf den Anführungszeichen!) manchmal negativ ausgelegt, aber wie gesagt, nicht reagieren……..


    Die eigene innere Ruhe und Zufriedenheit sind sicherlich wichtige Aspekte; für manche Menschen ist es jedoch nicht förderlich da sie unbewusst in ein lethargisches Stadium verfallen können. Sie verharren dort und entwickeln sich nicht weiter, dabei können sie leicht zum Spielball negativer Kräfte werden.


    Dagegen hat Phoenix einen guten Satz formuliert: die Kräfte von Krieg und Frieden vereinen!

  • ..... für unser derzeitiges menschliches Bewusstsein, das im dualistischen Denken unserer Zeit gefangen ist.


    Es tut mit leid, aber ehrlich gesagt verstehe ich die Zusammenhänge nicht wirklich. Wieso sind wir heute im dualistischen Denken gefangen?
    Und was hat das mit Megiddo zu tun? Was ist so "besonders" an Megiddo, dass es dort so viele Kriege gegeben hat?

    Wäre nett, wenn mir das jemand etwas näher erklären könnte. Gruß Mala :)

  • Hallo Mala,


    Ich werde gerne versuchen Deine Fragen zu beantworten.


    Um unsere Gefangenschaft im Dualismus unserer Zeit/Welt genauer verstehen zu können, ist es sicherlich sinnvoll sich in diesem Kontext etwas intensiver mit der Thematik des Dualismus auseinanderzusetzen. Da das ganze nicht einfach in einem Satz zu erklären ist, würde ich gerne auf einen bestehenden Text der Startseite dieses Forums verweisen, der den Dualismus sehr gut erklärt. Es lohnt sich ihn in sich einmal näher anzuschauen. Schaue einfach auf der Seite http://www.heilung-des-planeten.net/philosophie/index.php unter Dualismus nach.


    Ausdruck des Dualismus sind vereinfacht ausgedrückt bestehende Gegensätze und vermeintliche Alternativlosigkeiten wie Gut und Böse/ Krieg und Frieden oder Schwarz und Weiß. Weil in Meggido eben ständig Krieg und Frieden abwechselten, kann die antike Stadt als ein Sinnbild dieses Hin- und Her, Auf- und Ab- betrachtet werden, dass sich auch ständig in unserem Gefühlsleben wieder spiegelt.


    Weil Megiddo Kontrolle über die strategisch wichtige Handelsstraße Via Maris hatte, wurde es zu einem begehrten Ziel kriegerischer Auseinandersetzungen. Denn wer auch immer Kontrolle über diese antike Stadt hatte, kontrollierte auch den Handel der umliegenden Herrschaftsgebiete.


    Ich hoffe, liebe Mala, dass ich Deine Fragen ausreichend beantworten konnte und dass Du die Zusammenhänge jetzt etwas besser verstehen kannst.
    LG

  • Um die Erklärung von Phoenix noch zu erweitern leitet sich Megiddo von Harmageddon ab, einem Ort, der in der Bibel genannt wird und zwar im letzten Kapitel, bekannt als die Offenbarung des Johannes. Dieser Ort ist vor allem auch deswegen so besonders, weil er zu einem Inbegriff der letzten Schlacht zwischen den guten und den bösen Mächten wurde. Diesen Kampf können wir auf sehr vielen Ebenen betrachten: er findet in uns selbst statt, in unseren familiären Gemeinschaften, zwischen Völkern der Erde bis hin zu Luzifur …. Krieg und Frieden bringen extreme Gegensätze zum Ausdruck, die prägend sind für den Zustand unserer Welt.


    Das Bewusstsein des Menschen ist, um in Verbindung mit Megiddo in einem biblischen Kontext zu bleiben, in einem übertragenden Sinn seit dem Fall von Adam und Eva aus dem Paradies in diesem dualistischen Zustand gefangen. Adam und Eva sind bereits als Mann Frau Ausdruck der Dualität des Lebens. In uns selbst können wir diese Situation z.B. in der Trennung der rechten und linken Gehirnhälfte wiederfinden, die nicht so vollständig harmonisch miteinander arbeiten, wie sie es könnten, denn Adam und Eva waren einst im Bildnis und Gleichnis Gottes geschaffen ...

  • Danke euch. Ich hatte nicht verstanden, was mit „unser derzeitiges menschliches Bewusstsein, ..... in unserer Zeit gefangen ...“ gemeint war. Ich verstehe jetzt, dass die Erde und ihre Bewohner von ihrem Anbeginn gemeint sind oder? und die Dualität den Zustand dieser Welt beschreiben soll. Laut Bibel gibt es also in Megiddo, dem Ort der letzten Auseinandersetzung, eine Entscheidung, die viel besagte Apokalypse …. (Ich wusste bisher nicht, dass sie mit diesem Ort in Verbindung steht, obwohl ich die Bibel eigentlich kenne. Die Bibel zieht mich an und stößt mich ab, was ja wieder dualistisch ist, auf jeden Fall überrascht sie mich immer wieder und geht viel tiefer als ich dachte.)
    Wenn Phönix sagt, dass die Kräfte von Krieg und Frieden sich gegenseitig vereinen und erlösen sollen, heißt das im Grunde, dass wir nicht abhängig sein müssen von einer Erlösung, die irgendwann kommt, sondern die Erlösung selbst verwirklichen können, sie ist von unserem Denken und unserer Bereitschaft abhängig. Es gibt aber bestimmt Menschen, die gar nicht erkennen können oder wollen, dass sie in dualistischen Denkmustern stecken. Und es ist auch immer einfacher gesagt als getan.

  • Ich möchte mich sehr gerne Malas Gedanken anschließen, denn ich finde, dass manche Texte in diesem Forum in der Tat ziemlich schwierig zu verstehen sind. Andersherum wecken sie auch mein Interesse. Außerdem kann ich ja, wenn ich etwas nicht verstehe auch Fragen stellen. So wie es Mala jetzt auch gemacht hat. Und ich habe nach dem Lesen des Textes von Angeni auch gleich eine Frage parat.


    Zitat

    denn Adam und Eva waren einst im Bildnis und Gleichnis Gottes geschaffen ...


    Die Frage lautet, was genau bedeutet Adam und Eva waren einst im Bildnis und Gleichnis Gottes geschaffen?

  • Es gibt aber bestimmt Menschen, die gar nicht erkennen können oder wollen, dass sie in dualistischen Denkmustern stecken.

    Es sind Erkenntnisprozesse, die jeder für sich selbst entscheiden kann/ muss. Es gibt Wege, wie die Lehre des Nargajuna, die dabei helfen können. Außerdem zeigt es, dass sich bereits große Philosophen der Menschheitsgeschichte dem Thema Dualität gewidmet haben, weil sie es als ein Grundproblem des Lebens erkannten. http://www.heilung-des-planete…r-zweite-buddha/index.php Wir können uns den vielen Fragen gemeinsam annähern. In der Auseinandersetzung können regelrechte Quantensprünge im Denken erfolgen.

    Die Frage lautet, was genau bedeutet Adam und Eva waren einst im Bildnis und Gleichnis Gottes geschaffen?

    Ich beschäftige mich seit einigen Jahren etwas näher mit der Bibel. Vorher wollte ich die Bibel nicht lesen, weil ich die Geschichten nicht ernst nehmen konnte und vor allem, weil niemand sie mir richtig erklären konnte. Ein Verständnis der Bibel kann sich meiner Meinung nach wie zur Dualismus-Thematik nicht in wenigen Sätzen entwickeln. Bestimmte Inhalte gehen, wie es Mala angesprochen hat, sehr in die Tiefe. Ich hatte eigentlich nur die Absicht, den biblischen Kontext zu Megiddo herzustellen und die Dualität als ein Merkmal des Menschen auf der Erde hervorzuheben. Ich möchte wetten, dass die Thematik von Bildnis und Gleichnis selbst von den Bibelexperten nicht eindeutig beantwortet werden kann. Gehe ich an dieser Stelle darauf ein, führt es uns von dem Thema dieser Seite ab und wird vielleicht zu mythologisch und das möchte ich nicht, ist es für dich okay? Fragen wir nach dem Bildnis und Gleichnis können wir auch gleichzeitig die Frage stellen, wer oder was Gott ist. Kurz angedeutet können wir vielleicht festhalten, dass der Mensch unserer Erde nach dem Bildnis und Gleichnis des Universums entworfen ist.

  • Gehe ich an dieser Stelle darauf ein, führt es uns von dem Thema dieser Seite ab und wird vielleicht zu mythologisch und das möchte ich nicht, ist es für dich okay?


    Ja es ist okay, vielleicht ist es nicht der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort für diese Frage.
    LG

  • Hallo Baka, ich möchte dir noch einmal sagen, dass deine Frage nach dem Bildnis und Gleichnis absolut berechtigt ist und schließlich habe ich diese Begriffe ja selbst erwähnt. Deine Frage war einfach und konkret gestellt und ich möchte sagen, dass es oft diese Fragen sind, die so komplex sind und in die Tiefe gehen wie das Leben selbst. Die Frage nach dem Bildnis und Gleichnis ist eine der zentralsten Fragen überhaupt. Ich denke, dass sich ein wirkliches Verständnis (ich sage bewusst wirkliches, weil es ein ganzheitliches Verständnis ist, dass nicht nur auf Kopfwissen beruht, sondern dass jeder erfahren, fühlen, in sich aufnehmen und verwirklichen kann) im Laufe der Zeit entwickeln wird und glaube, dass es sinnvoll ist, grundsätzlich über die Dualismus-Problematik und Mikro-Makrobeziehungen nachzudenken. Das Beispiel Megiddo ist eine gute Möglichkeit der Auseinandersetzung, weil es die widerstrebende menschliche Geschichte widerspiegelt: nicht nur, weil es geschichtliche Bezüge trägt, sondern weil es auch ein Sinnbild für den Zustand der Welt ist. Adam und Eva stehen für die Menschheit, das sind wir, jeder Einzelne ... Sie sind in diesem Sinne ein Sinnbild für die Trennung und Zweiheit des Menschen, für die Konflikte, die sich in jedem selbst und in der Menschheit als Ganzes täglich abspielen.
    Ich möchte dich gerne fragen, ob du feststellen kannst, dass Konflikte dieser Art im kleinen wie in einem großen Rahmen ständig stattfinden und im Prinzip stets nach dem gleichen Schema ablaufen?

  • Zitat

    Ich möchte Dich gerne frage, ob Du feststellen kannst, dass Konflikte dieser Art im kleinen wie in einem großen Rahmen ständig stattfinden und im Prinzip stets nach dem gleichen Schema ablaufen?

    Absolut! Ich würde sagen fast täglich! Im Grunde ist es so wie in dem Film mit Bill Murry: „Und täglich grüßt das Murmeltier.“ Kennst Du den? In meinen Augen eine hervorragende Komödie über einen Mann der sich in einer Zeitschleife befindet und einen Tag immer und immer wieder erlebt. Abends, wenn er zu Bett geht weiß dieser Mann schon ganz genau, was ihn am nächsten Tag erwartet. Anfangs hadert er sehr mit seiner Situation, ist verzweifelt, begeht mehrere Selbstmorde nur um sich am nächsten Morgen an genau derselben Stelle wiederzufinden, wie am Tage zuvor und genau dieselben Situationen wieder und wieder zu erleben. Er scheint endlos in der Zeit gefangen. Nach und Nach findet er sich mit seiner Situation ab und setzt seine Erfahrungen und sein Wissen ein, dass er im Laufe der Zeit angesammelt hat. Erst nachdem er gelernt hat anderen Menschen gegenüber nicht beleidigt zu reagieren, Armen und Kranken Mitgefühl und Trost zu spenden, sich über sein Ego hinwegzusetzen und sein Leben als ein Spielfeld zu betrachten, auf dass er mit einer gehörigen Portion Gelassenheit, Nächstenliebe und Freude selbst Einfluss nehmen kann, wird er schließlich aus seinem „Gefängnis in der Zeit“ erlöst.
    Mein Leben verläuft bei näherer Betrachtung eigentlich genauso wie Bills. Und ich freue mich über jeden Tag an dem ich wieder etwas gelernt habe, dass mir hilft mich aus diesen ständig wiederkehrenden Situationen zu befreien.

  • Ich kenne diesen Film auch. Bill ist zwar genervt, dass er täglich den gleichen Tag erleben muss, doch erhält er zumindest eine Chance sich Schritt für Schritt langsam zu verbessern. Es wäre wirklich zu schön, wenn das im wahren Leben auch so wäre. Auf einer übergeordneten Ebene ist dieser sich täglich wiederholende Tag vergleichbar mit den karmischen Kreisläufen eines Menschen, so wie es zum Beispiel einer buddhistischen Sichtweise entspricht: Wir werden so lange immer wieder auf diese Erde inkarnieren, bis wir unsere Lektionen gelernt haben und das kann viele Leben andauern. (Es ist das Prinzip der Kausalität oder das Gesetz von Ursache und Wirkung) So wie ich es empfinde verbessern wir Menschen uns nicht unbedingt, sodass wir uns aus dem karmischen Kreislauf befreien können, sondern verstricken uns immer mehr in das Leben, in Situationen und Ereignisse, in Begegnungen …, die wir irgendwann nicht mehr verstehen und überblicken. ich denke, dass wir Manches nicht verstehen, weil wir uns die MECHANISMEN des Lebens nicht genügend vergegenwärtigen.
    Ich finde es gut, dass du diesen Film erwähnst, weil es in dem Film schließlich um ZEIT geht. Haben wir alle Zeit der Welt, dann haben wir Möglichkeiten wie Bill. An Zeit mangelt es uns jedoch meistens und unsere Zeit hier auf der Erde ist begrenzt! Es ist interessant, dass wir über diesen Film auf den Zeitfaktor kommen, denn Megiddo hat mythologisch betrachtet schließlich mit dem Zeitprogramm der Menschheit zu tun.