Der tropische Regenwald, der Klimawandel und das Palmöl

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  • Der Klimawandel ist in aller Munde. Die Fakten sprechen für sich. Immer häufiger kommt es in einigen Gebieten zu immensen Überschwemmungen, während auf der anderen Seite der Erde extreme Dürreperioden zu verzeichnen sind. …Hunger, Zerstörung und Tod für Mensch und Tier sind die Folge. „Aufhalten können wir den Klimawandel nicht mehr, aber wenn wir jetzt die Notbremse ziehen, können wir die schlimmsten Folgen noch verhindern „ (Greenpeace). Es muss ein Umdenken stattfinden, um unseren Planeten zu heilen und unseren Lebensraum zu schützen.Für unser gefährdetes Klima ist das Überleben des tropischen Regenwaldes entscheidend Dieser Aspekt steht aber nicht im Mittelpunkt des Interesses einiger Organisationen, die ihn aus wirtschaftlichen Gründen auszubeuten suchen. Dies wird deutlich sichtbar am Beispiel der Palmölgewinnung.


    Wofür wird Palmöl benötigt?
    Palmöl ist in nahezu unzähligen Bereichen unseres Alltags zu finden, z.B. in vielen Lebensmitteln (Süßwaren, Fleisch, Margarine, Müsli, Fertigprodukte…), Duschgels, Kosmetika, in Waschmitteln, Zahnpasta, im Tierfutter, im Biodiesel…. Es ist ertragreich, natürlich und dadurch günstig und, wie man sieht, vielseitig verwendbar. Somit lässt es sich gut vermarkten.
    Palmöl wird aus der Ölpalme gewonnen. Das besondere an der Ölpalme ist, sie ist ungeheuer ertragreich. Im Verhältnis zum Sojaöl ist Palmöl beispielsweise 10x ergiebiger. Seit 1975 sind die Anbauflächen in Malaysia und Indonesien deshalb um das 5fache angestiegen.


    Die Gefahren der Palmölgewinnung
    Mithilfe der Ölpalme wird das begehrte Palmöl gewonnen. Um ausreichend Anbauflächen für sie zu schaffen, wird vor allem der Regenwald in Indonesien Stück für Stück illegal gerodet. Unzählige Pflanzen und Tiere verlieren dadurch ihren Lebensraum, aber auch viele Urvölker wurden bereits aus ihrer Heimat vertrieben. Die Rodung des Regenwaldes hat unmittelbare Auswirkungen auf das Klima. Indonesien gilt mittlerweile als drittgrößter Emittent an CO2 Emission, allein durch die Umwandlung des Regenwaldes in Palmölplantagen. Damit ist eine Ökologische Katastrophe vorprogrammiert. Besonders die Arbeiter auf den Plantagen sind gefährdet. Um die Ergiebigkeit der Ölpalme noch zu erhöhen werden Pestizide eingesetzt, was bei Ihnen zu schweren Vergiftungen führen kann. Ferner verschwindet durch die gravierende Abholzung des Regenwaldes in Indonesien ganz Süd-Ost-Asien unter einer Rauchwolke. Das mindert nicht nur die Lebensqualität vor Ort, sondern macht die Menschen in näherer und fernerer Umgebung krank. Untersuchungen belegen einen deutlichen Anstieg von Atemwegserkrankungen in vielen asiatischen Ländern. Letztendlich ist das Ganze aber bezogen auf die oben beschriebene Klimaveränderung der Erde ein globales Problem.


    Gibt es Möglichkeiten und Alternativen, um den Palmölverbrauch zu reduzieren?
    Weil die Ergiebigkeit der Ölpalme so hoch ist, ist Palmöl aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht kaum austauschbar. Würde man es beispielsweise durch Kokosöl ersetzen, müssten, um den gleichen Ertrag zu erlangen, deutlich mehr Felder für den Anbau der Kokospalme geschaffen und noch mehr Wälder abgeholzt werden. Dennoch gibt es einige Ideen, wie man den Anbau der Ölpalme umweltfreundlich gestalten und reduzieren kann.

    Verbrauch reduzieren: Jeder einzelne ist gefragt. Würde sich jeder Verbraucher ein wenig einschränken und bewusster mit der Auswahl obenerwähnter Produkte umgehen, benötigten wir nicht die immensen Mengen an Palmöl. Leider besteht zurzeit noch eine völlig unzureichende Transparenz bezüglich der Kennzeichnungspflicht von Palmölprodukten. In diesem Kontext wird geraten auf zertifizierte Produkte zu achten oder Palmöl aus biologischem Anbau zu kaufen. Siehe auch umweltblick.de/index.php/component/banners/click/16

    Anstatt sich für Fertiggerichte zu entscheiden, sollte man lieber selbst kochen und immer mal wieder auf Fleisch und Schokolade verzichten (nirgendwo wird so viel Schokolade gegessen wie in Deutschland). Ferner würde die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel dabei helfen den Palmölverbrauch zu senken (auch im Biodiesel ist Palmöl zu finden.)

    Eine Alternative, die Acrocomia-Palme: Der Arg rarwissenschaftler Thomas Hilger sieht eine Alternative für den Anbau eines gleichwertigen Öls in Bezug auf die Arcrocomia-Palme, die nicht nur in fechten Gebieten entlang des Äquators wächst, sondern auch in trockeneren Regionen angebaut werden kann, um den weltweiten Hunger nach Palmöl zu stillen. Im Moment ist sie noch nicht so ertragreich, aber die Forscher arbeiten an einer Lösung dieses Problems.

    Palmöl aus Bioanbau:Alternativ zum herkömmlichen Anbau gibt es verschiedene Projekte (beispielsweise in Ghana), bei denen auf umweltgerechte Weise Palmöl angebaut und fair gehandelt wird. Hierbei setzen die örtlichen Bauern auf Leguminosen als Unkrautvernichtungsmittel. Leguminosen sind Pflanzen, die verhindern, dass das Unkraut an der Ölpalme hochwächst. Zudem sind sie in der Lage den Stickstoff aus der Luft zu binden und wieder in den Boden einzubringen, wodurch die Erde gleichzeitig eine Düngung erfährt. Es wird darauf geachtet, dass die Bauern für ihre Leistung genügend Geld bekommen, um ihre Familien zu ernähren. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den Menschen vor Ort geht es gut und sie sehen keinen Grund aus ihrem Land flüchten. Auch wenn der Preis für die fair gehandelten Palmöl-Produkte deutlich höher ist, wenn wir uns bewusst machen, dass insbesondere für die Menschen in den westlichen Industrienationen die Regenwälder zerstört werden, fällt es uns vielleicht leichter, uns für das fair gehandelte Palmöl und für eine gesündere Umwelt zu entscheiden. ;)
    Der Mensch fürchtet die Zeit, die Zeit fürchtet die Pyramiden

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