Half- Moon- Woman in Kanada

Birch Bark Biting
Eine der ältesten Traditionen der Indianer in Kanada ist das Birch Bark Biting, auch kurz B-Biting genannt. Nur noch wenige Frauen beherrschen diese Kunst, die mich sehr fasziniert hat. Eine weitere Bezeichnung ist auch „Birch Bark Transparencies“.
Aus weißer Birkenrinde (Birch) werden kunstvolle und sehr spirituelle Bilder indem man die Rinde nach einer speziellen Technik faltet,dann ein Bild visualisiert und dabei mit den Zähnen :!: in die Rinde gebissen wird (biting). Das Bild erscheint in der Regel spiegelbildlich auf der Rinde, eine Kunst die man wirklich beherrschen muss und eine Synchronisation des Gehirns voraussetzt.
Wer sich anschauen möchte, wie dieses von statten geht kann mal unter „Aboriginal Art, Birch Bark Biting“ schauen!
Eine der indianischen Frauen die solche Bilder produziert, ist „Halfmoon Woman“, Pat Bruderer, vom Stamm der Cree. Ihre Bilder sind phantastisch und erinnern mich beim ersten Anblick sofort an das Turiner Grabtuch 8o
Halfmoon Woman ist auf mehreren Videos auf Youtube zu bewundern.


Die Cree sind einer der ältesten Stämme (noch 135 verschiedene Unterstämme) in Kanada. Wir finden sie in ganz Nordamerika. In der Cree-Sprache heißen sie Aha Payew, das bedeutet „Wahre Menschen“. Die uralte B-Biting-Tradition stammt wahrscheinlich von den Moose-Cree und ist im gesamten Turtle-Land (Land der Schildkröte) verbreitet. Zum nordamerikanischen Kontinent gehört geologisch gesehen das gesamte Turtle-Land von Grönland bis zum Yukatan in Mittelmerika, inklusive der karibischen Staaten :!: Des Weiteren ist der Kontinent geologisch auch mit Ostsibirien verbunden. Es wird nicht ausgeschlossen, dass die Verwendung der weißen Birke durch die Wanderung der Völker aus Sibirien hier Einzug hielt; schließlich fanden die frühen Siedler vor 12000 Jahren die gleiche Vegetation in Nordkanada vor.
Bei den Abbildungen fällt immer wieder auf, dass diese oft spiegelbildlich sind und eine bestimmte Symmetrie aufweisen. Halfmoon Woman visualisiert die Bilder im Kopf und kann mit geschlossenen oder offenen Augen ihre Bisstätigkeit ausführen. Das kann nur bedeuten, dass sie in der Lage ist, ihre beiden Gehirnhälften synchron zu schalten um solche Abbildungen zu erhalten; dabei benötigt sie meistens nur wenige Minuten für ein Bild :thumbup: