Abram und Lot

Abram und Lot.


Abram und Lot sind Brüder. In Genesis 13 ziehen sie gemeinsam mit ihren Herden aus Ägypten aus. Nach einer Zeit ist das Weideland für Beide zu klein. Auf Vorschlag von Abram trennen sie sich. „ Bitte trenn dich von mir. Wenn du zur Linken gehst, dann will ich zur Rechten gehen; wenn du aber zur Rechten gehst, dann will ich zur Linken gehen.“ (Genesis 13/9)
Lot wählt den Bezirk um Sodom, Abram das Land Kanaan. Lot begibt sich in ein Gebiet das, wie die Bibel sagt, sündigt. Abram zieht umher und wohnt in Zelten. Er bleibt in Bewegung.
Dieses Bild der Bibel erklärt, was geschieht, wenn sich die beiden Gehirnhälften trennen. Abram ist es bewusst. Für die Seite, die Lot wählt, wird er einen Ausgleich machen, indem er zur entgegengesetzten Seite geht. Lot zieht zu einer Stadt. Das wesentliche einer Stadt ist ihre befestigte Struktur. Lot bleibt in einer Gehirnhälfte, wird unbeweglich. Abram wohnt in Zelten, legt sich nicht fest, zieht im Land hin und her, bleibt beweglich.
Im weiteren Verlauf der Erzählung gerät Lot in Gefangenschaft, weil Sodom in einer kriegerischen Auseinandersetzung besiegt wird. Lot wird gefangen in den Wirrnissen der materiellen Welt, gerät zwischen die Fronten der Könige, einem Symbol für weltlich Herrschaft.
Abram hört davon und befreit Lot. Dabei teilt er seine Kräfte in zwei Teile. Dieses Bild steht für das Selbst und dem Überselbst. Eine Befreiung aus der Gefangenschaft irdischer Welten gelingt nur, wenn man sich der Existenz von Selbst und Überselbst bewusst wird. Aus irdischer Sicht mag das anfänglich wie eine Schwächung erscheinen. Abram stützt seine Macht auf Irdisches und Himmlisches.
Die Befreiung Lot`s gelingt. Und danach, sozusagen als Folge davon, tritt Melchizedek als König von Salem, als König des Friedens auf. Abram ist nicht nur nach Rechts oder Links, dem Horizontalen beweglich, sondern auch im Vertikalen, von Unten nach Oben.
Das ist ein Bild vom Kreuz. Melchizedek segnet dieses Bild von Abrams Verhalten, weist auf eine Möglichkeit der Erlösung von den irdischen Fesseln hin. Er segnet ein Bewusstseins-Kreuz; rechte - linke Gehirnhälfte und Selbst - Überselbst. Als symbolische Handlung dafür bringt er Brot und Wein.